• Hof Mühlenberg
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  • Gänse auf der Weide
  • Junge Bruderhähnchen im Stroh
  • Weide mit Schlachthaus (rechts)
  • Angus-Kälbchen
  • Diese Fläche in der Osterstader Marsch haben wir gekauft
  • Schwerer Marschboden
  • Schilfbiotop (links), ein Rückzugsort für die Tierwelt
  • Auf gute Zusammenarbeit!
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Hof Mühlenberg

Unter dem weiten norddeutschen Himmel, zwischen Sand-, Moor- und Marschböden, wuchs Hagen Hasselbring auf. Die Leidenschaft für die Landwirtschaft war ihm in die Wiege gelegt — nur leider kein geerbter Hof. Nach der Lehre arbeitete er zunächst als Betriebshelfer und finanzierte sich so die landwirtschaftliche Meisterschule. Mit der Pacht eines leerstehenden Kuhstalls und einiger Hektar Grünland gründete er seinen eigenen Betrieb, zunächst nur mit ein paar Mutterkühen. Auf der Suche nach Entwicklungsmöglichkeiten entdeckte er für sich die Freilandgeflügelhaltung zur Direktvermarktung und baute sie Schritt für Schritt aus. Neben dem Kuhstall am Ortsrand des Dorfes Kassebruch entstand bald ein kleines Wohnhaus mit Platz für Frau Kerstin und die beiden Kinder — ein "richtiger" neuer Bauernhof war entstanden.

Mittlerweile hält Hof Mühlenberg Hähnchen, Enten, Gänse und Puten auf den Weiden rund um den Hof. Dazu kommt die kleine Rinderherde auf den etwas weiter entfernten Marschflächen. Insgesamt bewirtschaftet der Bioland-Betrieb 34 ha, in naher Zukunft sollen es 52 ha sein. Im Jahr 2010 entstand ein für die Regionalvermarktung zertifiziertes Schlachthaus, in dem das Geflügel aus der Herde heraus und ohne Transportstress der landwirtschaftlichen Bestimmung zugeführt wird. Zerlegt und eingeschweißt erreicht das Frischfleisch auf kürzestem Wege die VerbraucherInnen.

Gemeinsam mit Hof Lütjen in Verlüßmoor nimmt Hof Mühlenberg an der Bruderhahn-Initiative teil. Auf Grund der leistungsorientierten Züchtung stammen heute praktisch alle im Handel erhältlichen Eier von Legerassen, bei denen die Hähnchen auf Grund zu geringer Zunahmen nicht zur Mast verwendet werden. Die männlichen Küken werden sofort nach dem Schlupf aussortiert und getötet. Die Bruderhahn-Initiative finanziert die Mast dieser "unwirtschaftlichen" Hähnchen und damit ihr Überleben mit einem Aufschlag auf die von den Hennen gelegten Eier. Ein Teil des Erlöses fließt zudem in die Zucht einer neuen Zweinutzungsrasse, die Mast- und Legeleistung verbindet.

Als Partner im Bruderhahn-Programm bekommt Hof Mühlenberg die Bruderhahn-Küken von einer Brüterei und zieht sie im Stall und auf der Weide auf.

Die Mutterkühe der genetisch hornlosen Rasse Deutsch Angus bringen mit Hilfe von künstlicher Besamung, da ein Deckbulle für die kleine Herde zu aufwändig wäre, jedes Jahr ein Kälbchen zur Welt. Männliche wie weibliche Jungrinder werden ohne jegliches Kraftfutter auf den wüchsigen Marschweiden entlang der Weser 30 Monate gemästet und dann regional vermarktet. 2016 bekam Hof Mühlenberg den Zuschlag für die Versorgung der stadteigenen Bremer Kindergärten mit Rindfleisch im Rahmen des Projekts "Biostadt Bremen".

Geflügel allerdings braucht Zufütterung mit Getreide. Mangels geeigneter Ackerflächen muss der Hof hier noch einiges Biogetreide zukaufen. Hierzu haben wir im März 2017 eine 2,8 ha große Marschlandfläche erworben. Sie wird vor allem der Getreideerzeugung (Weizen und Gerste) dienen, welches hier im Wechsel mit Kleegras angebaut werden soll. Für den Flächenkauf im Wert von 50.000 € suchen wir nun Menschen, die Kulturland-Anteile übernehmen und sich dadurch gemeinschaftlich am Eigentum dieses Grünlands beteiligen.